Feng Shui Irrtümer: Feng Shui ist mehr als Inneneinrichtung

Veröffentlicht am Sonntag, 19. April 2015 von
Feng Shui Klischee Inneneinrichtung © Arcadia11/ pixabay.com

Seit Mitte der 70-er Jahre ist Feng Shui auch in Deutschland immer bekannter geworden und heute den meisten Menschen zumindest als Begriff geläufig. In den Buchhandlungen gibt es unzählige Bücher, die sich dem Titel nach mit Feng Shui befassen, daher sollte man davon ausgehen können, dass dieses Thema keine großen Geheimnisse oder Überraschungen mehr bietet.

Tatsächlich gibt es bis heute weltweit einige hartnäckige Klischees, die trotz ihrer gebetmühlenhaften Wiederholung nichts mit authentischem Feng Shui gemein haben. Berater und Autoren mit unzureichender Ausbildung oder Anbietern mit der Hoffnung auf schnelles Geld durch die Vermarktung pseudo-esoterischer Dienstleistungen fördern diese Klischees und sorgen für ein arg verzerrtes Bild von Feng Shui. In dieser neuen Artikelserie möchte ich mit den hartnäckigsten Klischees und Irrtümern über Feng Shui aufräumen. Asiatische Inneneinrichtung, bloßes Möbelrücken, Reichtumsecke – wer sich das unter Feng Shui vorstellt, mag erstaunt sein, dass Feng Shui in Wirklichkeit eine umfassende Technik der Umgebungsbewertung und Raumanalyse darstellt, die sich überwiegend auf der architektonischen Ebene bewegt.

 

Feng Shui beschäftigt sich auch mit der äußeren Umgebung

Die meisten Empfehlungen in einer professionellen Feng Shui Beratung drehen sich um die Raumgestaltung oder Innenreinrichtung, wo liegt hier also der Irrtum? Tatsächlich befasst sich Feng Shui in erster Linie mit der Analyse der äußeren Umgebung eines Hauses. Die meisten Formeln des klassischen Feng Shui drehen sich um die Bewertung unterschiedlicher Merkmale wie Wasserläufe (heute auch Straßen), Berge (heute auch hohe Gebäude u.ä.) und deren Einfluss auf das Wohlergehen der Bewohner im Haus.

Aus diesem Grund beginnt die Arbeit eines Feng Shui Beraters bereits bei der Wahl des richtigen Grundstücks. Ist ein Grundstück mit der bestmöglichen Lage für die Bewohner und den Zweck des Gebäudes gefunden, beschäftigt sich der Feng Shui Berater mit dem Grundriss des geplanten Gebäudes, sodass es das Potenzial der Umgebung auf eine optimale Weise nutzen kann. Er sucht den idealen Ort für den Haupteingang und etwaige Nebeneingänge, achtet auf einen optimalen Qi-Fluss im Haus und er bestimmt die optimale Raumnutzung nach objektiven Berechnungsmethoden, sowie den persönlichen Wünschen der Bewohner.

Als letztes kann nun auch die konkrete Raumgestaltung und Inneneinrichtung auf Basis der fünf Wandlungsphasen vorgenommen werden. Tatsächlich handelt es sich hierbei aber mehr um den Feinschliff als um den Schwerpunkt im Feng Shui. Und trotzdem beziehen sich die praktischen Lösung in der Feng Shui Beratung heutzutage hauptsächlich auf die Raumgestaltung, woran das liegt haben Sie sicher schon erraten: Die meisten Menschen wohnen zur Miete und bauen kein Haus, sie können auch keine baulichen Veränderungen am Mietshaus oder der Mietwohnung vornehmen. Anstatt also eine optimale Lage zu suchen und das Haus dementsprechend zu bauen, müssen wir uns meist darauf beschränken, das Beste aus der bestehenden Situation zu machen. Auch wenn dann die Berechnungsmethoden des Feng Shui „nur“ zur Optimierung des Innenraums verwendet werden können, bieten sie doch einige Möglichkeiten, um das Wohlbefinden zu steigern. Nur sollte nicht vergessen werden, dass sich Feng Shui in besonderem Maße mit der äußeren Umgebung beschäftigt.

 
 

Dieser Artikel wurde verfasst von Felix Niakamal

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